Täter im Netz

https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/taeter-im-netz-der-fall-bushby-102.html

Hier spreche ich eine zehnteilige Serie über Gewaltverbrechen, allesamt angezettelt in diesem Internetz drinne.

Ein Tor für die Freiheit

Frauenfußball in Kabul.

Stimme verleihen macht mir ja meistens Spaß. Eine besondere Ehre ist es bei so beeindruckend mutigen Frauen wie Madina Azizi.
Ich ziehe alle meine Hüte vor so wenig Angst – bzw soviel Gegenschub gegenüber berechtigten Ängsten.
Wer eine komplette patriarchale Gesellschaft gegen sich hat, öffentlich ausgesprochene Morddrohungen bekommt und dennoch weiter macht hat #eierausstahl .
Hier gehts zur Sendung:

https://www.arte.tv/de/videos/082199-000-A/frauenfussball-in-kabul/

Facebook ist wie deine alte Heimatstadtkneipe.

‚Früher‘ hat man da unter Garantie eine Menge gemochter Gesichter getroffen, egal wann man den Laden betreten hat. Der Ort war Schauplatz denkwürdigster Nächte und verfügte über eine dicke, saftige Partyluft. Die Lüftungsanlage war quasi immer kaputt, aber diese spezifische Dunstigkeit trug erheblich zur Atmosphäre bei. Jeder beklagte sich darüber, obschon er eigentlich mittlerweile durch die Zauberformel ‚klassische Konditionierung‘ vollkommen drauf stand, in Hallenbad-Klima Bier zu trinken.

Der Tresen: ein solides Holzmonument zum wohligen Drananlehnen und neue Leute kennenlernen. Ein Gewährleister guter Gespräche. Und bei harter Überfüllung verlässlicher Fixpunkt zur Neuorientierung.

Wenn Du heute daran vorbeiläufst, dann musst Du das Geschäft betreten. Um der alten Zeiten willen. Und weil Deine Amygdala Dich quasi dazu zwingt, obschon dein präfrontaler Cortex im Ton eines genervten Ehepartners interveniert: „Nu lasset doch. Du weisset doch besser. Schatz.“

Aber Schatz stapft entschieden zur Pforte.

Hinter der blauen Tür riecht es dann nach altem Bier, noch älterem Qualm, am Tresen kauern ein paar versprengte Einzelmännchen, denen die Kimme aus der Hose lugt inmitten eines Arschhaarbuketts. Sie reden darüber, froh zu sein, in ihrer Kindheit noch im Wald gespielt zu haben. Mit aufgeschürften Knien und ohne Handy.

Banger Zwischengedanke: Gehörst Du etwa zu denen?

An den Tischen: eine Handvoll junger Leute, die darüber streiten, wo sie jetzt hinwollen, da es hier öde ist.

Immerhin: ein bekanntes Bartendergesicht strahlt dich an. Und sabbelt dann auf dich ein als gäbe es etwas zu gewinnen. Weiterlesen

Dichter dran!

Für den Wissenspool „Planet Schule“ des WDR durfte ich die Herren Büchner, Fontane, Hesse, Hoffmann, Kleist & Lessing vorstellen.

https://www.planet-schule.de/wissenspool/dichter-dran

Wellness avec fromage

Bei einem Saunawochenende stand ich plötzlich vor diesem Zitat. Und musste leider eine Antwort verfassen.

Sehr geehrter Herr Doktor Donald Ardell,

in einem Westerwälder Saunaschuppen stieß ich auf diesen Text von Ihnen. Man hat Sie dort etwas würdelos über den Spülkasten einer Toilette gehängt, aber immerhin laminierte man sie vorher anständig ein.

Meine Meinung zu unserem scheinbar gemeinsamen Hobby „Wellness“ weicht von der Ihren geringfügig ab, was ich gerne kurz verschriftlichen möchte.

Wellness bedeutet das genaue Gegenteil von „persönlicher Exzellenz“.  Meine Güte, Sie steigen wirklich hoch ein.

Wellness bedeutet doch nur, dass du dir den mittels Menthol-Aufguss medium rare gegarten hauseigenen Hinterschinken kratzend in deutschem Nieselregen stehst, im Kopf eine geistige Nulllinie. Dampfend und dumpf. Weiterlesen

Pier Paolo Pasolini

In dieser bis Januar 2019 verfügbaren Doku über seine Reisen durch Italien spreche ich den Kommentar.

https://www.arte.tv/de/videos/070792-000-A/pier-paolo-pasolinis-reisen-durch-italien/

Über das Vermissen

Mein leiblicher Vater starb 2012 an einer verschleppten Lungenentzündung. Er war sehr übergewichtig, ein Mann dieses Alters mit durchschnittlicher Konstitution wäre nicht gestorben, so sagte es mir ein Arzt ins Gesicht und das tun sie ja besonders ungern, einem was ins Gesicht sagen, diese Ärzte. Durch einen, sagen wir hier mal, ausschweifenden Lebensstil war unter anderem des Erzeugers Leber bereits so angegriffen, dass sie die Medikamente nicht mehr verarbeiten konnte und aufgab; das künstliche Koma kam.  Mit jedem Tag wurde eine weitere Körperfunktion von einer Maschine übernommen. Er starb im Beisein seiner Liebsten.

Der letzte Satz, den er bei einem Besuch kurz vor Koma zu mir sagte, war: „Es tut mir leid, ich muss jetzt schlafen.“

Daran erinnere ich mich erst ein paar Wochen nach seinem Tod. An einem Nachmittag Anfang Oktober sitze ich mit einem Schnitzelbrötchen in der Sonne auf einer Betonstufe am Rhein und dieser letzte Satz fällt wieder in mein Hirn hinein. Weiterlesen